FreiRaum
Braucht die Kirche ein Update?
(Thema vom 25. Oktober 2009)


Wer einen Windowsrechner hat, egal ob noch XP oder schon Vista, kennt das: hin und wieder ist der Computer damit beschäftigt neue Daten aus dem Internet zu laden. Denn einmal im Monat ist bei Microsoft Patchday. Woche für Woche entwickelt sich die Welt der Software weiter und dementsprechend muss auch das Betriebsystem regelmäßig wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Sonst kann der Rechner sich nicht vor neuen Gefahren schützen oder alte Fehler loswerden. Updates erinnern uns daran, dass alles, was wir Menschen machen, nicht für die Ewigkeit geschaffen ist, sondern immer wieder an die sich ändernde Bedingungen angepasst werden muss. Das gilt für fast alle Bereiche des Lebens: Gewohnheiten, Lehrbücher, Gesetze, Rentenversicherungen. Da ist die Frage berechtigt, wie oft die Kirche ein Update aufspielt. Den letzten großen Systemwechsel hatten wir Protestanten im Mittelalter. Seit dem hat sich viel geändert. Sind wir noch aktuell? Können wir als verfasste Kirche überhaupt noch auf die vielfältigen Fragen und Problemstellungen der heutigen Welt sinnvoll reagieren? Brauchen wir einen Patch (das heißt eigentlich Flicken) ein Update oder ist das nur einer dieser nervösen Internethypes, wo man hinterher froh ist, wenn man beim alten System geblieben ist. Die terminliche Nähe zum Reformationstag hat uns dazu verleitet so eine gewagte Frage zu stellen.
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